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Wenn ein Haus weitergegeben wird

  • 2. Juli
  • 6 Min. Lesezeit
Zwischen Lebenswerk, Verantwortung, Kosten und Zukunftschance

Viele Einfamilienhäuser aus den späten 1970er bis zu den 1990er-Jahre stehen heute an einem entscheidenden Punkt. Die damaligen Erbauerinnen und Erbauer haben ihr Haus oft mit viel Eigenleistung, Verzicht und Durchhaltevermögen geschaffen. Für viele war es nicht einfach nur eine Immobilie, sondern ein Lebenswerk. Nun kommt die Zeit, in der diese Häuser an die nächste Generation übergeben oder später vererbt werden. Doch genau hier beginnt häufig eine sehr emotionale Phase. Denn es geht nicht nur um Quadratmeter, Grundstücksgröße, Dach, Heizung oder Fenster.


Es geht um Erinnerungen, Lebensleistung, Sicherheit und die Frage:

Was ist dieses Haus heute wirklich wert?

Was bedeutet die Übergabe für die Überlasser / Eltern?

Was kommt finanziell auf die Übernehmer / Kinder zu?

Wie werden Geschwister / Angehörige fair berücksichtigt?

Und welche Rolle spielt das Finanzamt?


In genau dieser Situation kann ich als Bausachverständiger Familien unterstützen, weil ich nicht nur den baulichen Zustand eines Hauses betrachte, sondern auch verstehe, welche Emotionen, Erwartungen und finanziellen Sorgen mit einer Hausübergabe verbunden sind.



Mutter und Tochter beim Kochen

Das Haus als Lebenswerk

Viele Eltern oder Angehörige, die in den 1970er- bis in 1990er-Jahren gebaut haben, kennen diesen Gedanken nur zu gut:

„Jetzt sind wir gerade schuldenfrei, und nun sollen wir das Haus schon wieder an die nächste Generation übergeben? Dabei haben wir uns das Häuschen jahrzehntelang vom Mund abgespart.“

Dieser Satz beschreibt sehr gut, was in vielen Familien unausgesprochen mitschwingt. Ein Haus wurde damals oft nicht einfach gekauft oder gebaut, weil es bequem war. Es war ein Projekt fürs Leben. Wochenenden wurden auf der Baustelle verbracht, Urlaube fielen aus, vieles wurde selbst gemacht. Jeder Stein, jeder Raum und jeder Gartenabschnitt ist mit persönlichen Erinnerungen verbunden. Wenn dieses Haus nun übergeben werden soll, fühlt es sich für die Überlasser nicht selten so an, als würden sie ein Stück ihrer eigenen Geschichte loslassen und genau deshalb braucht es bei einer Hausübergabe nicht nur Zahlen, sondern auch Fingerspitzengefühl. Durch eine neutrale Einschätzung kann ich dabei unterstützen, den Wert der Immobilie sachlich einzuordnen und gleichzeitig die Lebensleistung der Überlasser mit dem nötigen Respekt zu betrachten.


Der tatsächliche Wert ist oft schwer einzuschätzen

Gerade Häuser aus diesen Jahrzehnten haben häufig ein großes Potenzial. Sie stehen oft auf attraktiven Grundstücken, haben solide Grundrisse und wurden mit viel Sorgfalt gebaut. Gleichzeitig sind sie heute in einem Alter, in dem viele Bauteile geprüft und teilweise modernisiert werden müssen. Dazu gehören zum Beispiel Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Elektrik, Abwasserleitungen, Dämmung oder Feuchtigkeitsschutz. Auf den ersten Blick wirkt ein Haus vielleicht gepflegt und wertvoll. Auf den zweiten Blick können jedoch Investitionen notwendig werden. Umgekehrt kann ein Gebäude, das zunächst veraltet erscheint, mit einem klugen Sanierungskonzept ein enormes Zukunftspotenzial haben. Genau deshalb ist eine fachkundige Einschätzung so wichtig. Es geht nicht nur darum, einen Marktwert zu nennen. Es geht darum, den tatsächlichen Zustand, die möglichen Risiken, die Sanierungskosten und die Chancen realistisch einzuordnen.


Der unterschätzte Schmerzpunkt: Finanzamt, Steuern und überhöhte Immobilienwerte

Ein Punkt wird bei Hausübergaben oder Erbschaften häufig zu spät bedacht: das Finanzamt.

Sobald eine Immobilie vererbt oder verschenkt wird, stellt sich die Frage nach dem steuerlichen Wert. Dieser Wert kann entscheidend dafür sein, ob und in welcher Höhe Erbschaftsteuer oder Schenkungsteuer anfällt.


Das Problem: Sollten sie vorher kein fundiertes Verkehrswertgutachten der Immobilien haben wird die Immobilie steuerlich häufig nach gesetzlich typisierten Bewertungsverfahren bewertet. Diese Verfahren können in bestimmten Fällen zu Werten führen, die deutlich über dem tatsächlichen Verkehrswert liegen. Gerade bei älteren Häusern mit Sanierungsstau kann das für Familien sehr belastend werden. Auf dem Papier erscheint das Haus vielleicht sehr wertvoll. In der Realität müssen aber möglicherweise höhere Summen in die Sanierung und Modernisierung investiert werden. Der steuerliche Wert kann dann hoch sein, obwohl der tatsächliche Verkehrswert durch den Zustand der Immobilie deutlich niedriger liegt.


Hinweis auf Freibeträge und Sonderbefreiungen

Neben den festgestellten Verkehrswert durch einen Gutachter und Sachverständiger, sollten Erben und Beschenkte unbedingt die aktuellen steuerlichen Freibeträge und Sonderbefreiungen kennen. Zum jetzigen Zeitpunkt 2026 stehen Ehegatten beispielsweise ein Freibetrag von 500.000 Euro zu, für Kinder beträgt der persönliche Freibetrag 400.000 Euro. Bleibt der Wert der Immobilie und des sonstigen Erwerbs unter diesen Freibeträgen, fällt keine Erbschaft‑ oder Schenkungsteuer an. Darüber hinaus gibt es bei selbst genutzten Familienheimen eine vollständige Steuerbefreiung (§ 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG), wenn der Erwerber das Objekt mindestens zehn Jahre selbst bewohnt. Solche Regelungen können die Steuerbelastung deutlich verringern oder sogar vollständig vermeiden.



Warum ein Gutachter bei einer Überlassung so wichtig ist


Übersicht Immobilien-Überlassung

In solchen Situationen ist ein Gutachter / Bausachverständiger gefragt, der nicht nur Zahlen und Mängel auflistet. Entscheidend ist jemand, der die Baumaterie versteht, versteckte Potenziale erkennt und gleichzeitig mit der nötigen Empathie auf alle Beteiligten eingeht.


Denn eine Hausübergabe ist selten nur ein sachlicher Vorgang. Am Tisch sitzen oft mehrere Parteien mit unterschiedlichen Erwartungen: Die Eltern oder Überlasser möchten ihr Lebenswerk gewürdigt wissen und gleichzeitig Sicherheit für ihre Zukunft behalten. Die übernehmende Generation möchte wissen, welche finanziellen Verpflichtungen auf sie zukommen und ob sich eine Sanierung lohnt. Geschwister oder weitere Angehörige haben möglicherweise

Anspruch auf einen geldlichen Anteil. Zusätzlich können Wohnrechte, Pflegeverpflichtungen oder Nießbrauchregelungen eine Rolle spielen. All diese Punkte müssen klar, ruhig und sachlich kommuniziert werden. Ein erfahrener Gutachter kann dabei helfen, Emotionen zu entlasten, weil er eine neutrale Grundlage schafft. Er bewertet nicht aus dem Bauch heraus, sondern anhand des baulichen Zustands, der Marktsituation und der realistischen Entwicklungsmöglichkeiten. In dieser Situation ist eine neutrale Bewertung besonders wertvoll. Sie nimmt niemandem seine Gefühle, aber sie schafft eine sachliche Grundlage. Genau diese Grundlage kann helfen, Streit zu vermeiden und Entscheidungen fairer zu treffen. Wenn alle Beteiligten wissen, in welchem Zustand sich das Haus befindet, welcher Wert realistisch ist und welche Investitionen notwendig werden, lassen sich Gespräche deutlich ruhiger und sachlicher führen.


Hinweis zur Beratungsbefugnis: Ein Bausachverständiger kann den baulichen Zustand und den Marktwert einer Immobilie sachlich einordnen, ersetzt jedoch keine steuerliche oder notarielle Beratung. Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, Freibeträge und rechtliche Gestaltungen wie Nießbrauch sollten mit einem Steuerberater oder Fachanwalt für Steuer-, oder Erbrecht besprochen werden. Ebenso ändern sich Bewertung‑, und Förderregelungen regelmäßig; eine aktuelle Prüfung der rechtlichen Rahmenbedingungen ist daher sinnvoll.


Zwischen Dankbarkeit und finanzieller Belastung

Für die übernehmende Generation kann ein geerbtes oder überlassenes Haus Geschenk und Herausforderung zugleich sein. Einerseits bietet es eine große Chance: Eigenen Wohnraum, Vermögensaufbau, familiäre Kontinuität und oft ein Grundstück, das heute nur schwer zu erwerben wäre zu bekommen.


Andererseits kommen häufig erhebliche Verpflichtungen hinzu. Sanierungen, energetische Modernisierungen, Ausgleichszahlungen an Geschwister oder die Absicherung eines Wohnrechts können finanziell belastend sein. Ohne genaue Prüfung besteht die Gefahr, dass die neue Generation ein Haus übernimmt, dessen tatsächlicher Investitionsbedarf unterschätzt wird oder mit den falschen Maßnahmen begonnen wird.

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Deshalb braucht es vor einer Übergabe nicht nur Transparenz sondern auch einen strukturierten Sanierungsfahrplan:

Sanierung Haus
  • Welche Maßnahmen sind sofort nötig?


  • Was kann an Bauarbeiten später erfolgen?


  • Wo ist Eigenleistung realistisch möglich?


  • Welche Leistungen sollten unbedingt Fachfirmen übernehmen?


  • Und welches Potenzial steckt wirklich in der Immobilie?



Letztendlich ist immer die Kommunikation der Schlüssel

Eine Hausübergabe innerhalb der Familie gelingt am besten, wenn offen gesprochen wird. Dabei sollten nicht nur Zahlen im Mittelpunkt stehen, sondern auch der Raum für Gefühle vorhanden sein. Für Eltern kann es schwer sein, die Kontrolle über das eigene Haus abzugeben. Für Kinder kann es schwierig sein, über Sanierungskosten, Ausgleichszahlungen oder Wohnrechte zu sprechen, ohne undankbar zu wirken. Geschwister möchten fair behandelt werden. Angehörige wünschen sich Sicherheit und Klarheit. Gerade deshalb ist eine neutrale fachliche Begleitung so wertvoll. Sie schafft eine sachliche Basis, auf der faire Entscheidungen getroffen werden können. Wenn alle wissen, in welchem Zustand das Haus ist, welchen Wert es hat und welche Kosten realistisch zu erwarten sind, sinkt nicht nur das Konfliktpotenzial sondern es wird von allen beteiligten ganz anders wahrgenommen.


Fazit: Ein Haus ist mehr als ein Vermögenswert

Die Übergabe oder das Erbe eines Hauses ist ein besonderer Moment. Es geht um Vermögen, aber auch um Vertrauen, Verantwortung und Respekt vor der Lebensleistung der vorherigen Generation. Häuser aus den 1980er- und 1990er-Jahren verdienen einen genauen Blick. In ihnen steckt oft viel Potenzial, aber auch ein realistischer Sanierungsbedarf. Mit meiner Erfahrung als Bausachverständiger und Gutachter unterstütze ich Sie dabei, schwierige Situationen verständlich, fair und lösungsorientiert für alle zu klären.

Denn am Ende sollte eine Hausübergabe nicht zu Streit, Überforderung oder Enttäuschung führen. Sie kann vielmehr eine Chance sein: das Lebenswerk der Eltern zu bewahren, es an moderne Bedürfnisse anzupassen und für die nächste Generation weiterzuentwickeln – mit Sachverstand, Fairness und dem nötigen Gefühl für die Menschen, die dahinterstehen und Leben.

Eine gute Hausübergabe beginnt mit einem offenen Gespräch.

👉 Nehmen Sie   hier   Kontakt mit mir auf – ich stehe Ihnen zur Seite und begleite Sie dabei,

die nächsten Schritte mit Ruhe, Sachverstand und Sicherheit zu gehen, damit aus Unsicherheit ein klarer Weg wird.



 
 
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